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1. September 2026 · 2 Min.

Überlandfahrt: Was hinter den fünf Pflichtstunden steckt

Die Landstraße ist statistisch die gefährlichste Straße Deutschlands. Deshalb sind fünf dieser Stunden Pflicht — und nicht, weil es hübsch aussieht.

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Kurz beantwortet

Die Überlandfahrt ist eine der drei Sonderfahrten und umfasst fünf Unterrichtseinheiten. Geübt wird alles, was innerorts nicht vorkommt: höhere Geschwindigkeiten, Überholen, Kurven ohne Bebauung, Kreuzungen ohne Ampel und der Umgang mit Gegenverkehr. Sie ist unabhängig vom Können vorgeschrieben und wird dokumentiert.

„Wir sind eine Stunde nur geradeaus gefahren“ ist ein Satz, den wir nach der ersten Überlandfahrt regelmäßig hören — meist mit einem Fragezeichen dahinter. Er beschreibt die Fahrt richtig und den Zweck falsch.

Warum ausgerechnet Landstraße

Weil dort passiert, was innerorts nicht passieren kann: Geschwindigkeiten, bei denen ein Fehler keine Zeit zum Korrigieren lässt, Gegenverkehr ohne trennende Mittelinsel, Kurven, deren Verlauf man nicht sieht, und landwirtschaftlicher Verkehr, der plötzlich sehr viel langsamer ist als alles andere. Die Unfallstatistik bildet das seit Jahren gleich ab — die Landstraße ist die Straßenart mit den schwersten Folgen.

Was in diesen fünf Einheiten trainiert wird

  • Geschwindigkeit an den Streckenverlauf anpassen, statt an das Schild
  • Abstand bei Tempo 100 — die Zahl, die im Stadtverkehr nie geübt wird
  • Überholen: Sicht, Entschluss, Abbruch. Vor allem Abbruch
  • Kreuzungen ohne Ampel, oft ohne gute Sicht nach links
  • Kurven lesen: Wo endet die Sicht, und wie schnell darf ich sein, damit ich dort noch stehen kann?
Der Moment, der bei fast allen kippt

Das erste Überholen eines Traktors. Bis dahin läuft die Fahrt ruhig, und dann steht die Entscheidung an — und die meisten fahren beim ersten Versuch nicht vorbei, sondern brechen ab und ordnen sich wieder ein. Genau das wollen wir sehen. Wer beim ersten Mal abbricht, hat verstanden, dass ein Überholvorgang eine Entscheidung ist und keine Reaktion darauf, dass jemand langsam fährt.

Wo wir in Düsseldorf hinfahren

Aus dem Stadtgebiet heraus ist man schnell auf Landstraßen Richtung Neuss, Meerbusch oder in den Süden Richtung Hilden und Monheim. Das ist der Grund, warum Überlandfahrten in der Regel als Doppelstunde gefahren werden: Zwei Einheiten am Stück, weil die reine Fahrzeit sonst zwischen Hin- und Rückweg verschwindet.

Zählt jede Fahrt außerorts?

Nein. Sonderfahrten werden als solche eingetragen und getrennt abgerechnet. Wer auf dem Rückweg von der Autobahn ein Stück Landstraße fährt, hat deshalb noch keine Überlandfahrt absolviert. Wie sich die zwölf Pflichtfahrten aufteilen, steht separat.

Sonderfahrten kommen ans Ende der Ausbildung, nach der Grundausbildung — die Reihenfolge hat einen Grund. Die einzelnen Sätze stehen auf der Preisseite.

Was du mitnimmst

Die fünf Überlandstunden trainieren nicht das Geradeausfahren, sondern das Einschätzen: Wie weit sehe ich, wie schnell darf ich deshalb sein, und wann lasse ich es. Das ist die Fähigkeit, die auf der Landstraße über den Ausgang entscheidet — und die einzige, die man innerorts nicht nebenbei lernt.